 Hallo, hier Bryan. Hiermit eröffne ich feierlich die Kategorie TV: TeddyVision. Die wird sich mit meinen und den LieblingsschauspielerInnen meines Papis beschäftigen, mit einigen TV-Serien und manchmal auch mit TV-Kritik. (Ins Kino nimmt mich der Papi ja eher selten mit. Da sind mir aber eh meist viel zu viele Menschen, die dann oft auch noch störende Geräusche von sich geben.)
Den ersten Eintrag hat sich eine einzigartige TV-Serie der Jahre 1987 bis 1991 verdient. Ihre vier Staffeln will ich möglichst bald mit meinem Papi zusammen anschauen. Doch mein Papi ist schockiert: Nicht mal auf www.wikipedia.de kann er zurzeit einen Eintrag darüber finden: Diese Serie scheint in Deutschland komplett in der Versenkung verschwunden zu sein.
Wie konnte das passieren? Egal, ich greife jetzt tapfer in diese Versenkung – ach, und Papi schwelgt schon wieder in Erinnerungen an seine frühe Zeit, eben an Die besten Jahre.
Heute will ich Euch von einem sehr praktischen Haushaltsgerät berichten. Der Papi und ich sind nämlich ganz begeistert von Snapy, dem Insektenfänger.
Snapy ist, wie Ihr auf dem Foto sehen könnt, eine Art Schaufel mit Deckel. Man öffnet das Fach und legt es behutsam über Bienchen, Fliege, Käfer, Spinne und dergleichen. Nun wird der Deckel zugeschoben, Snapy samt Tierchen ins Freie gebracht und das Fach erneut geöffnet. Schon winken am einen Ende die Freiheit und am anderen ein gutes Gewissen. Um wie viel einfacher als das umständliche Hantieren mit Glas und Pappdeckel, wie viel hygienischer und umweltfreundlicher!
Beim Anblick einer Spinne höre ich jetzt nur noch einen kleinen Aufschrei. Dann wird sofort nach Snapy gegriffen. Wie es auf der Website der Vertriebsfirma (www.snapy.de) heißt: Snapy wird im Haushalt schnell unentbehrlich. Auch beim Camping und Caravaning oder im Urlaubsdomizil in exotischen Gefilden ist Snapy von größtem Nutzen. Na gut, der kleine Skorpion hat dann doch nicht ganz reingepasst. Aber das ist eine andere Geschichte …
Übrigens: Einer dieser fürchterlichen elektronischen Insektenfänger, die in der Werbung oft als „kultiges Männerspielzeug“ angepriesen werden, kam für den Papi nie in Frage. Und nicht nur deswegen, weil ich damit vielleicht eines Tages mich selbst abgefackelt hätte! Liebe Freunde, denkt bitte daran, wie wichtig gerade Spinnen im Kreislauf der Natur sind: als Vertilger zahlloser Insekten ermöglich(t)en sie es Euch Menschen überhaupt erst, genügend Nahrung zu produzieren.
Der Sprockhöveler Tüftler Heinrich Mühlinghaus hat Snapy vor einigen Jahren entwickelt. Produziert wird das geniale Lebendfanggerät im hessischen Schlitz. Deutscher Erfindergeist und deutsche Wertarbeit, was will Bär mehr? Snapy wird bereits seit einiger Zeit über verschiedene Umwelt-Versandhäuser angeboten, ebenso über große Naturschutzverbände. Und Snapy kostet nur zwischen 8 und 11 Euro! Viele nützliche Tipps zur Insekten-„Jagd“ könnt Ihr auch auf www.snapy.de nachlesen. Ui, ich seh da schon wieder was an der Wand …
 Endlich habe ich ein probates Mittel gefunden, um meinen Papi frühmorgens gut gelaunt aus den Gänsefedern zu bekommen. Ich robbe einfach zum CD-Player und lege den unvergleichlichen, bärenstarken und fantastischen neuen Hit der kanadischen Rockband Nickelback ein: Gotta Be Somebody. Das fetzt ordentlich und es könnte passieren, dass man danach Madonna für eine Schlaftablette hält. Aber egal, Hauptsache, Papi ist munter!
Im Jahre 1995 wurde Nickelback im kanadischen Städtchen Hanna in der Prärieprovinz Albärta (schade, Ihr Menschen schreibt lieber Alberta) gegründet. Sie besteht aus den Halbbrüdern Chad und Mike Kroeger (ersterer Gesang/Gitarre, letzterer Bass) sowie aus Daniel Adair (seit März 2005, das ist bereits der vierte Nickelback-Drummer!) und Ryan Peake (Gitarre/Gesang).
Der Bandname entstand, als Mike noch bei einer Kaffeehauskette jobbte und fleißig Wechselgeld zurückgab. Das war aufgrund der Preise meistens ein Fünf-Cent-Stück und so sagte Mike stets: „Here’s your nickel back“. Ob das wohl immer so freundlich klang? Meine deutsche Bärenband hätte ich da doch lieber „Stimmtso“ genannt …
Weitere Infos über den zuerst langsamen, dann immer rasanteren Aufstieg der Band (schmatz, ich nenne nur How You Remind Me) findet Ihr unter anderem auf www.wikipedia.de und www.roadrunnerrecords.de.
Laut der Webseite www.laut.de beschreiben Nickelback ihre Musik selbst als „hard rocking, energetic and entertaining rhythm driven songwriting. Guaranteed to pack the floor and drive a crowd into a frenzy!” Da wird mir ganz schwindlig.
Dabei klingt Chad anderenorts (unter www.roadrunnerrecords.de) gänzlich unbeeindruckt vom oft schrägen Rockzirkus, von mittlerweile mehr als 27 Millionen verkaufter Alben samt glamouröser Grammy-Auszeichnung: „Unser Erfolg ist nicht selbstverständlich. Wir wissen, dass all das morgen vorbei sein und man ganz schnell in der Anonymität verschwinden kann.“
Sein Halbbruder Mike ergänzt: „Jeder einzelne Song sollte absolut großartig sein, denn nichts anderes erwarte ich als Musikhörer selbst.“ Und um auch noch Nickelbacks Gitarristen Ryan Peake zu zitieren: „Wir sind eine Band für ganz normale Menschen. Wenn man bei diesen Leuten dauerhaft seine Fanbase finden kann, ist das schon ziemlich cool.“ Der Drummer sagt nichts, sondern schaut nur, siehe links.
Fanbase hin, Fanbär her: Ein kleiner brauner Bär wartet auf ein dunkles Pferd – die neue Nickelback-CD „Dark Horse“ erscheint in diesen Tagen, genauer gesagt am 14. November.
Oh, Entschuldigung, aber es sollte eine auffällige Überschrift sein. Dabei habe ich an sich nur eine kurze Frage an die Nation: Warum steht zwar jenes Wort im Duden, nicht aber dieses?!
Manchmal erzählt mir der Papi abends von einer „männlichen Person, deren Verhaltensweise, Meinung nachdrücklich abgelehnt wird“. Dann weiß ich Bescheid und sage „So ein Flachwichser“. Worauf mich der Papi für ungezogen hält. Aber nur zwei Sekunden lang, dann sind wir natürlich wieder einer Meinung. Über Schorsch W. Bush beispielsweise …
Das kleine Wörtchen nachdrücklich unterscheidet übrigens laut Duden den Flachwichser vom gewöhnlichen Wichser. Wenn aber dieser F. (Ihr wisst nun auch Bescheid) sein Werk in einem Rückgebäude verrichtet, dann komme ich hier auf meinem blank gewichsten Terrassenstuhl ins Grübeln: Was ist denn eigentlich ein Rückgebäude?
Hat das wer an einen anderen Platz gerückt, rückt das von Zeit zu Zeit aus, kehrt das vielleicht mal an seinen ursprünglichen Ort zurück? Lieber Duden, Du erklärst mir Rückfenster und Rückfront, nicht aber mein schönes Wort. Wenn der Papi und ich nur an Rückblende, Rückblick, Rückfall, Rückgewinnung, Rückhalt, Rückschlag, Rückstrahler und Rücktritt denken, dann wissen wir erst recht nicht mehr, was ein Rückgebäude ist!
Um rücksichtsvolle Rückantwort wird gebeten. Wollt Ihr jetzt auch einen auffälligen Schluss? Tut mir leid, aber dafür reiß’ ich mir heut nicht den A. auf.
 Liebe Freunde, auch ich will heute den Vereinigten Staaten von Amerika zu ihrer grandiosen Wahl gratulieren.
Denn „Er“ (hier links im Bild) hat mein Bärenherz in Ruhe erobert, so peu à peu. Erst war da nur eine nette Erscheinung im Fernsehen, und Papi meinte: „Schau mal, Bryan, das ist der Barack!“ Und ich erspürte ein tolles Charisma, hörte eine bärenstarke Stimme, sah ein sympathisches Lächeln.
Dann habe ich den Papi über Baracks politisches Leben, seine Ansichten und seine Ziele diskutieren hören. Schließlich habe ich gemerkt, dass viele seiner Ideen auch mich, den kleinen Bären Bryan, plötzlich wieder an die gute Seite der Menschen glauben lassen: Habt Ihr denn Teddybären schon mal Krieg führen sehen? Wir achten die Bären- und die Menschenrechte, kennen keine rechtsfreien Gefängnisse and so on. Ach, und dass Papi grad so gut drauf ist, obwohl er heut Nacht bis sieben Uhr früh vorm Fernseher saß, freut mich natürlich auch.
Und ich krieg tatsächlich eine Gänsehaut, wenn ich mir nochmal seine „Hallo Chicago“-Rede anhöre:
„Wenn es da draußen immer noch jemanden gibt, der daran zweifelt, dass in Amerika alles möglich ist, wenn es jemanden gibt, der glaubt, der Traum unserer Gründerväter sei nicht mehr lebendig, der an der Kraft der Demokratie zweifelt – dann ist diese Nacht unsere Antwort darauf. … Die Antwort kam von Jungen und Alten, von Reichen und Armen, von Demokraten und Republikanern, Weißen, Schwarzen, von lateinamerikanischen und asiatischen Amerikanern, von den amerikanischen Ureinwohnern, von Homosexuellen und Heterosexuellen, von Behinderten und Nichtbehinderten. Von Amerikanern, die der Welt klar machen, dass wir nie nur eine Ansammlung von Individuen oder roten und blauen Staaten waren. Wir sind – und wir werden es immer sein – die Vereinigten Staaten von Amerika. …“
Mag mich mal wer kraulen, ich kann's noch gar nicht richtig glauben?! Andererseits: Papi und ich werden ab dem 20. Januar 2009 Tag für Tag Angst haben, dass dem amerikanischen Präsidenten etwas zustößt. Das war in den letzten acht Jahren ehrlich gesagt nicht so …
PS vom Papi: Barack Obamas Rede im Wortlaut
unter www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,588507,00.html.
Copyright des ersten Fotos: www.magazinusa.com
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